Wie im normalen Leben gibt es auch im Bereich der Konzertfotografie Dinge, die man, besonders als Neueinsteiger, wissen, aber vor allem beachten sollte. Zum einen für sich selbst, jedoch vor allem auch für und gegenüber den Kollegen.

Ein gutes und freundliches Miteinander ist immer das A und O, was aber natürlich auch gegenüber Veranstaltern, Managements und Künstlern gilt und selbstverständlich sein sollte. Einen Fotopass zu erhalten, besonders bei großen Arena-Shows, ist alles andere als selbstverständlich.

Ohne Medium wird es schwer

In der Regel sollte man hier für ein Magazin tätig sein, wo man die Bilder offiziell veröffentlicht. Einfach nach dem Motto loszustiefeln: „Ich habe eine Kamera, ein Objektiv und frage einfach wild nach einer Akkreditierung und einem Fotopass an“, geht meistens in die Hose. Dabei kommt es nicht immer darauf an, dass man hier mit der besten Ausrüstung an den Start geht.

Aber es gibt eben dennoch Unterschiede zwischen einem Profi und einem Amateur. Einige Veranstalter machen auch hier strikte Unterschiede, setzen professionelles Equipment voraus und machen im Vorfeld des Photocalls sogar stichpunktartige Checks des Equipments.

Wer in diesem Bereich tätig sein möchte, muss verstehen, dass es einige Punkte in der Konzertfotografie zu beachten gibt, die deutlich mehr zählen als eine teure Ausrüstung oder als die bloße Reichweite auf Social Media.

Der Weg zum Fotopass

Wie bereits eingangs geschrieben, ist es in der Regel nicht einfach möglich, bei Veranstaltern nach einer Akkreditierung mit Fotopass anzufragen, ohne eine Veröffentlichung im Gegenzug vorweisen zu können. Hier ist in der professionellen Konzertfotografie meistens ein Magazin gefragt, denn nur für das eigene Portfolio wird in der Regel niemand einen der grundsätzlich limitierten Fotopässe rausrücken.

Auch das Argument, die Bilder in den sozialen Medien zu veröffentlichen, reicht meist nicht aus, um eine Akkreditierung mit Fotopass zu erhalten. Ein Magazin vorweisen zu können, macht es dabei meistens deutlich einfacher.

Hier ist dazu auch immer eine Ankündigung in Form eines Vorberichtes von Vorteil, denn dies ist ein Punkt, den vor allem Tourveranstalter und Managements gerne sehen. Dies macht es deutlich einfacher, am Ende eine positive Rückmeldung zu erhalten – jedoch sind auch diese Punkte nicht automatisch ein Freifahrtschein, um am Ende wirklich einen Fotopass zu erhalten.

Eine Zusage für eine Akkreditierung beziehungsweise einen Fotopass erhält man in der Regel wenige Tage und nicht Wochen vor der Show. Bei Absagen geht dies meistens deutlich schneller, was zwar für einen selbst nicht zufriedenstellend ist, aber natürlich die Planung erleichtert. Ist die Zusage für eine Show dann offiziell da, kann man sich daran machen und seine Hausaufgaben in Form der Vorbereitung auf den Fotojob erledigen.

Vorbereitung: Licht, Videos und Zeitdruck

Bei diesen Hausaufgaben schaue ich mir möglichst vorab Videos von der aktuellen Tour an, um die Bühnen- und Lichtbedingungen richtig einschätzen zu können. So weiß ich schon vorher ungefähr, was mich vor Ort erwartet. Schließlich ist das Zeitfenster in der Konzertfotografie extrem knapp bemessen.

Man ist bei Gigs fast immer auf die ersten drei Lieder beschränkt, was bedeutet, dass man meistens nur zehn bis fünfzehn Minuten Zeit hat, um wirklich abzuliefern. Wer komplett ahnungslos in den Graben stolpert und erstmal die grundlegende Orientierung sucht, verliert wertvolle Minuten.

Die richtige Haltung: Fokussiert statt panisch

Genau weil dieses Zeitfenster so extrem knapp ist, verfallen viele in blinde Panik und drücken einfach nur noch wild ab. Hier zahlt sich die Vorbereitung aus: Weil ich durch die Videos schon grob weiß, was auf mich zukommt, muss ich nicht planlos herumsuchen. Stattdessen kann ich mir im Graben genau diese eine, wichtige Sekunde nehmen, um die Szenerie kurz zu erfassen. Ich scanne das aktuelle Licht, antizipiere die Bewegung der Künstler und drücke dann gezielt ab.

Dieses bewusste Arbeiten kostet keine Zeit, sondern verhindert, dass man in der Konzertfotografie in der Hektik einfach nur unbrauchbaren Ausschuss produziert.

Austausch statt Ego-Trip

Im Fotograben selbst gibt es Regeln, an die man sich zwingend halten sollte. Wer sich dort unten wie ein Rambo aufführt und sich rücksichtslos nach vorne drängt, hat den Job nicht verstanden.

Wenn der Gang in den Graben erfolgt, heißt es zuerst ganz klar: Rucksack absetzen. Denn damit nimmst du deinen Kollegen und zudem auch der Security, mit der man den Graben immer teilt, den knappen Platz weg.

Bevor ich meine Position wechsle, suche ich immer den kurzen Blickkontakt zu den Kollegen neben mir. Bei der Konzertfotografie geht es um kollegialen Austausch und ein gutes Miteinander auf engstem Raum, nicht um sinnlosen Neid oder versteckte Ellenbogen.

Hin und wieder kommt es auch mal vor, dass man seine Kamera über Kopf positioniert. Auch hier gilt: Rücksicht nehmen und einfach vorher schauen, ob man nicht einem Kollegen damit im Weg beziehungsweise vor der Linse steht.

Meistens kennt man sich und weiß sich gegenseitig zu schätzen. Auch gehört ein gegenseitiger Respekt immer zum guten Miteinander. Das geht schon beim Smalltalk vor dem Photocall los und kann auch im Graben so weitergehen. Man achtet gegenseitig auf sich, steht sich nicht unnötig im Weg und beharrt auch nicht auf einer Position.

Warum blindes Dauerfeuer in der Konzertfotografie extrem nervt

Dieser Respekt gegenüber anderen schließt auch das eigene Verhalten im Graben ein. Ein permanentes Dauerfeuer nervt einfach nur abartig. Das laute, ratternde Geräusch stört nicht nur die Fotografen links und rechts von dir, sondern geht auch den Künstlern auf der Bühne massiv auf den Zeiger.

Anstatt einfach nur blind den Auslöser gedrückt zu halten, ist es für eine gute Konzertfotografie viel wichtiger, den richtigen Moment für den einen perfekten Schuss abzupassen.

Three Songs, no Flash

Weiter ist auch extrem wichtig: Als Fotograf hast du in der Konzertfotografie immer eine klare Vorgabe beziehungsweise ein festes Zeitfenster, in dem du fotografieren darfst. Meistens lautet die goldene Regel ganz einfach „Three Songs, no Flash“, und daran hat man sich ausnahmslos zu halten.

Ist also der dritte Song vorbei, hat man nicht noch einmal schnell draufzuhalten. Dann heißt es ohne jede Diskussion: Linse runter, Kamera aus und raus aus dem Graben oder weg von der Position, die dir zugewiesen wurde.

Leider erlebe ich es immer mal wieder, dass gerade Neueinsteiger genau diesen zentralen Punkt völlig ignorieren. Wer meint, nach dem dritten Song doch noch heimlich ein paar Bilder machen zu müssen, schadet damit nicht nur sich selbst.

Diese rücksichtslose Nichtbeachtung der Vorgaben fällt extrem schnell auf alle anderen Kollegen zurück, die an diesem Abend mit involviert sind, oder versaut sogar die Konditionen für die Fotografen bei den nachfolgenden Shows der Tour.

Genau deshalb muss diese goldene Regel für eine professionelle Konzertfotografie grundsätzlich und ohne Ausnahme eingehalten werden.

Ein Fotopass ist kein Ticket

Wenn man dann aus dem Graben raus ist und in den Genuss kommt, seine Ausrüstung entweder ins Auto bringen zu können oder vor Ort, meist an der Garderobe, abgeben zu dürfen, sollte man dieses Goodie annehmen und sich auf den Rest der Show konzentrieren. Es ist in der Konzertfotografie nämlich alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass dies für Fotografen so gehandhabt wird. Es gibt immer mehr Veranstalter, die Fotografen nach den drei Songs konsequent aus der Venue begleiten, und ein Wiedereintritt ist dann schlichtweg nicht mehr möglich.

Man muss also verinnerlichen: Ein Fotopass ist ein Arbeitsausweis für die Konzertfotografie und absolut nicht gleichbedeutend mit einer Eintrittskarte für die Show. Wenn man dann also die Show noch schauen darf, sollte man sich nicht hinstellen und mit einer kleinen Handkamera, die es auch in hochwertigen Ausführungen gibt, noch zusätzlich Bilder machen und diese dann schon gar nicht veröffentlichen.

Auch hier gilt: Damit schadet man sich in erster Linie selbst, aber auch den Kollegen, denn so etwas ist bei Veranstaltern, Managements und auch Künstlern alles andere als gern gesehen.

Das Smartphone bleibt in der Tasche

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man im Graben grundsätzlich als Profi angesehen wird. Eine Akkreditierung und ein Fotopass für die Konzertfotografie sind keine Selbstverständlichkeit. Wer im Graben fotografieren darf, sollte sich auch entsprechend verhalten.

Wenn man mit seiner Ausrüstung im Graben ist, sollte das Smartphone in der Tasche bleiben. Denn mit einem Fotopass bist du zum Arbeiten im Graben und nicht da, um noch schnell mal eben ein Handyfoto oder gar ein Selfie zu machen, das du dann schnell noch zum Angeben in deinen Status bei Instagram oder WhatsApp lädst.

Konzertfotografie und Security: Ein wichtiges Miteinander

Ein weiterer absolut entscheidender Punkt ist die Zusammenarbeit mit der Security. Die Jungs und Mädels im Graben machen einen harten Job und wollen uns nichts Böses.

Falls es keine besondere Einweisung durch den Veranstalter gibt, macht es immer Sinn, noch einmal mit der Security zu klären, ob es besondere Dinge gibt, auf die zu achten ist. Grundsätzlich hält man sich dann auch ohne weitere Diskussionen an die Absprachen.

Wenn man in der Konzertfotografie professionell mit dem Sicherheitspersonal zusammenarbeitet, läuft der Abend für alle Beteiligten völlig entspannt ab.

Backstage-Bereich: Wahrer Respekt in der Konzertfotografie

Der Respekt hört aber vor der Bühne nicht auf. Künstler sind keine bloßen Requisiten für das eigene Portfolio. Wer das Privileg hat, in der Konzertfotografie auch mal Backstage arbeiten zu dürfen, muss wissen, dass das kein Spot für peinliches Posing ist. Das ist der Arbeitsplatz und Rückzugsort der Band. Man verhält sich dort absolut professionell, verzichtet auf jedes aufdringliche Fan-Gebaren und respektiert die Privatsphäre der Leute.

Zuverlässigkeit als wichtigstes Gut

Letztendlich kannst du noch so viel fotografisches Können mitbringen – in diesem Job schlägt Zuverlässigkeit fast immer das reine Talent. Eine Redaktion oder ein Veranstalter bucht dich garantiert wieder, wenn du dich strikt an die Abgaberegeln hältst und deine Bilder pünktlich in der vereinbarten Qualität lieferst. Genau darauf kommt es in der professionellen Konzertfotografie wirklich an.

Konzertfotografie - KI GENERIERT MIT GEMINI